Das Ende der Brieftasche

Das Ende der Brieftasche

Wenn Alltagsdinge zu Alleskönnern werden: In Zeiten von Smartphones und Smartwatches bezahlt man vielleicht bald mit allen möglichen Accessoires?

Bezahlen mit dem Armband, dem Ring, der Uhr – alles ist möglich. Das klingt verwirrend? Sascha Breite, Head Future Payments bei SIX Payment Services, beruhigt: „Berührungsängste sind unbegründet, denn technologisch gesehen entspricht dies den bereits bekannten Zahlkarten mit Kontaktlos-Funktion“. Zumeist wird die NFC-Technologie, die in diesen Karten steckt, in sog. Wearables eingesetzt. Das sind miniaturisierte mobile Computersysteme, die in Kleidung oder Accessoires integriert werden.
 

Ein unaufhaltsamer Trend
Mit dem Launch der Apple Watch hat eine Flut von Produktankündigungen eingesetzt. So arbeitet auch Swatch an einer Uhr mit NFC-Funktion – neben anderen renommierten Uhrherstellern. „Das Thema Wearable Payments ist ein absoluter Trend“, weiss Sascha Breite und ergänzt: „Die Händler werden zunehmend damit konfrontiert, dass die Kunden mit verschiedenen Dingen bezahlen wollen. Sie sollten sich darauf einrichten und das Verkaufspersonal vorbereiten.“ Sich darauf einrichten heisst ganz einfach: Ein Zahlterminal mit Kontaktlos-Funktion bereitstellen und darauf gefasst sein, dass bald nicht nur Karten und Smartphones zum Bezahlen eingesetzt werden.
 

Shoppinglaune gerettet
Viele solcher Entwicklungen stecken zwar noch in den Kinderschuhen, aber einige intelligente Bezahlmöglichkeiten, bei denen die Brieftasche zu Hause bleiben kann, befinden sich bereits in der Testphase. Dazu gehört der «Tap and pay»-Handschuh einer britischen Bank: Er soll den Kunden das bequeme Bezahlen auch dann ermöglichen, wenn sie die Hände voller Einkaufstaschen und keine Lust haben, ihre Kreditkarte hervorzukramen. Der Träger hält beim Bezahlen seinen Handrücken einfach ans Zahlterminal – spart Zeit und behält die Shoppinglaune.